URSTROMTAL- comissioned work for the Royal Norwegian Embassy in Berlin (1999)

"Urstromtal", Kunst am Bau in der Königlich Norwegischen Botschaft, Berlin

Die 5 nordischen Länder  Dänemark, Finnland, Island, Norwegen und Schweden haben sich vor wenigen Jahren entschieden,  ein gemeinschaftliches Ensemble ihrer neuen Botschaften in Berlin zu errichten. Die Grundsteinlegung fand 1997 statt. In der Öffentlichkeit hat diese Anlage viel Aufsehen erregt. Das Bauwerk zählt zu den am meisten beachteten neueren architektonischen Projekten in Berlin.

Für das norwegische Haus des Ensembles habe ich 1998 den Wettbewerb gewonnen, eine Wand im Foyer zu gestalten. Die Eröffnung der Botschaften fand im Oktober 1999 statt. Die Wand im Foyer ist über 3 Meter hoch, Spannweite etwa 12 Meter. Sie wird in der Mitte unterbrochen durch den Eingang zu den Büros. Die Rezeption befindet sich in der linken Hälfte der Wand. Frontal, von der gemeinschaftlichen Plaza aus gesehen steht der grosse Monolith, hinter dem sich das Foyer der Ambassade verbirgt. Die isländische Botschaft befindet sich auf der linken Seite, die schwedische rechts. Die Wand markiert die Empfangsituation der Botschaft, indem sie zwischen innen und aussen an prominenter Stelle vermittelt. Sie ist sichtbar von zwei Seiten von der Plaza aus, um die sich die nordischen Botschaftsgebäude gruppieren. Linien und Flächen wurden im Massstab 1:1 im Atelier für die Übertragung vorbereitet. Das Wandbild wurde hergestellt in Intarsio-Stuck-Technik durch zwei verschiedenfarbige Putzschichten: sandgrau und marmorweiss.  Handwerker aus Italien und Deutschland leisteten technische Hilfestellung. Intarsio ist eine alte Putztechnik, die in Italien bereits in der Antike zur Anwendung gekommen ist.

Der Titel "Urstromtal" ist eine Anspielung auf die geologische Vorgeschichte der Landschaft Berlins in der Eiszeit. Sie greift eine Intention des Architekten auf. Diese kommt  zum Ausdruck  in dem grossen, flachen Monolithen aus norwegischem Granit, der die vordere Fassade des Gebäudes bildet. Seine naturbelassene Aussenseite ist von demselben Inlandeis geschliffen worden, das in der Landschaft um Berlin Moränen und Findlinge abgesetzt hat. Die geschwungenen Linien, die durch abwechselnde, verschiedenfarbige Putzschichten gebildet werden, spielen auf die Formen von sedimentären Ablagerungen an. Sie nehmen gleichzeitig die durch den Gletscherschliff verursachten ebenso geschwungenen Konturen im Profilschnitt des Monolithen auf.  In der Gegenüberstellung der horizontalen Bewegungen  des  sandigen Putzes mit den vertikalen Linien des soliden Granits, und in deren Entsprechung und Bezug zueinander, lag für mich eine Spannung und eine Aussage über weite Räume und die Zeit.

 Die Substanz des Materials geht mit dem Licht immer neue Verbindungen ein. Im Spiel des wechselnden Lichteinfalls von Tageslicht und Kunstlicht zeigt  die Wand immer neue Qualitäten auf- vergleichbar mit einer natürlichen Landschaft.-

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